Zurück
Die Sandsteinindustrie von Felsberg
Die Geologie von Felsberg besteht aus zwei Steinhauptschichten, Kalk-und Sandstein auf einer geringen Fläche.
Die obere Schicht besteht aus Kalkstein, dieses verwendete man als Baukalk und Dünger
( Einige ältere Häuser von Felsberg wurden mit Kalkstein gebaut).
Unterhalb des Muschelkalkstein, der eine Tiefe von 30m erreichen kann, findet man mehrere Zwischenschichten ( Anhydrit Gruppe, Dolomit, Muschelsandstein ), die eine gesamte Dicke von 70 m haben.
Die nächste Lage, ein rosa Sandstein, ist etwa 40 m dick. Nur die ersten 15m eigneten sich sehr gut für den Bau, diese Lage nennt man "Voltziensandstein" ( "Voltzia" war eine Tannenart, diese Baumart gibt es nicht mehr, Spuren von versteinerten Pflanzen findet man in Oberlimberg). In dieser Schicht gibt es zwei Arten von Steinen, roter und weißer Sandstein. Beide eignen sich gut für Steinmetzarbeiten. Darunter befindet sich der so genannte "Vogesensandstein" mit grober Körnung.
Schon im 10. Jahrhundert, wurden vermutlich, bei der Erbauung der befestigten Handelsstadt Wallerfangen, schon Sandsteine gebrochen.
Im Jahre 1351 wurden vermutlich die ersten Steinmetzarbeiten beim Bau des Schlosses verrichtet.
1680 ist die Festungsstadt Saarlouis erbaut worden. Steine von Felsberg und Oberlimberg kamen dort zu Einsatz, wegen Transportproblemen nahm man überwiegend den Sandstein von Oberlimberg sowie einen Teil der gesprengten Burganlage in Felsberg. Dort wohnten drei Steinmetzfamilien in Baracken, diese Ansiedlung nannte man "Filsberg".
Der wichtigste Anfang von der Sandsteinausbeutung ist mit der Gründung von Felsberg 1704 verbunden.
In der "Röche" und in den "Fuchslöchern" wurden die Blöcke 3 m lang, l m breit und l m hoch mit Pickel, Eisenstangen und Keilen von der Wand getrennt. Diese Blöcke wurden mit Schlageisen gespaltet und als "Bruchstein" ( Moellon ) zum Hausbau verwendet.
Einige Steine wurden direkt auf Maß vor Ort angefertigt. Zum Beispiel: der größte Stein, der je in Felsberg gebrochen wurde war für das Lyceum von Saarlouis. Die Größe war 4 m lang, 2,80 m hoch und 50 cm breit.
Außer Häuser wurden Kirchen, (Kirche Wadgassen, Saardom Dillingen) Schulen, Bahnhöfe, Denkmäler und Landratsamt Saarlouis, mit den Felsberger Sandsteinen gebaut.
Jeder Steinbruchbesitzer beschäftigte einige Steinbrecher und war in Besitz von 2 Steinwagen und mehreren Pferden. Auf einen Wagen konnte man 5 Tonnen Steine laden. Die Lieferanten führen immer zu Zweit, um sich gegenseitig bei Steigungen zu helfen. (In Felsberg gab es 3 Arten von Wagen : leichte Wagen wurden von Kühen gezogen mit einer Reifenbreite von 5 cm, mittlere Wagen von Pferden gezogen mit einer Reifenbreite von 3 Zoll = 7,2 cm und die Steinwagen mit einer Reifenbreite von 4 Zoll = 9,6 cm.)
Der Höhepunkt dieser Industrie fand unmittelbar vor dem l. Weltkrieg statt. Diese hat sich fortgesetzt bis vor dem 2. Weltkrieg und kam zum Stillstand in den 50. Jahren.
Nach dieser Zeit hat die Natur wieder alle Steinbrüche erobert !
Wenn man durch Felsberg spazieren geht, kann man mehr als 80 bearbeitete Sandsteine sehen.
Zum Beispiel: an jedem Ortseingang, ferner Hausnummern, Familienwappen,....
Alle diese Steinmetzarbeiten stammen von Johann Schütz.
François Melcion 2006
Änderungen 2007
Rudolf Zenner
|